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Spendenkonto 211 014 164
Sparkasse Dortmund
BLZ 44050199 - gemeinnützig

No Mutilation But Education
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Ost-Afrika: CAFGEM in Kenia
Mindestens 30 Prozent der kenianischen Frauen sind Analphabetinnen (regional z. T. wesentlich höher, häufig um 90 Prozent). Das liegt u. a. daran, dass Schulen aufgrund immenser Distanzen oft nicht erreichbar sind. Die Mädchen werden ohnehin gerne zuhause behalten, um sie für die Haus- und Feldarbeit anzulernen. Da in Kenia eine große Zahl von Schulmädchen schwanger werden, bleiben viele Eltern dem Schulbesuch gegenüber negativ eingestellt. Die kenianischen Medien berichteten 2010 von einer hohen Zahl angeklagter Lehrer, die Schulmädchen vergewaltigt oder mit der Vergabe von besseren Noten zum Geschlechtsverkehr verführt hatten; ein nationaler Skandal. Leider stellt für viele mittellose Eltern das Brautgeld (Dhauri) einer jungfräulichen Tochter ein viel versprechendes Einkommen dar, wofür Nutztiere oder Agrarmittel gekauft werden können.
Selbsthilfe fördern –
Frauen und Kinder stärken (Empowerment)
Aufgrund unserer langjährigen Verbindung und
Zuneigung zu vielen Einheimischen, im Bewusstsein ihrer schwierigen
Lebensrealität, fördern wir das Selbsthilfeprojekt CAFGEM (Community Against Female Genital Mutilation).
Die MitarbeiterInnen bilden ein Team aus PädagogInnen und
"Graswurzel-Aktivistinnen", die mit eigenen Strategien frauenfeindliche Strukturen in der Gesellschaft durchbrechen.
Unsere Unterstützung für CAFGEM fußt auf Erkenntnissen, die wir in vielen Gesprächen mit
kenianischen Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts erworben haben.
Wir sind überzeugt, dass man nicht warten
kann auf "bessere Zeiten", um Veränderungen zugunsten der weiblichen Bevölkerung
herbeizuführen, sondern dass zunächst mithilfe von Aufklärung und Bildung
(Förderung des Empowerment) in Verbindung
mit ökonomischer Unterstützung (Einkommen schaffende Maßnahmen) und darauf
fußenden Kontrollmaßnahmen (z. B. Genital Health Check-ups) neue Fakten
geschaffen werden müssen, um den Teufelskreis von Armut und schädlichen
Traditionen zu durchbrechen.
Wir wurden davon überzeugt, dass man in Afrika nicht weiterkommt, wenn man die
Menschen isoliert zu einem Thema aufklären will und dabei ihre existentiellen
Probleme nicht berücksichtigt. Zu stark sind Armut und Aberglaube mit der
Beibehaltung schädlicher Gewohnheiten verwoben. Auch wenn CAFGEM kein
Hilfsprojekt ist, wird die Anlaufstelle als Ziel vieler Bittstellerinnen
aufgesucht, für die das Projekt oft die einzige Hoffnung auf Unterstützung ihrer
Probleme ist. Dabei geht es oft nur um die Anschaffung eines Nutztieres, einen
Sack Maismehl oder die Fahrtkosten zu einem kranken Familienmitglied. CAFGEM
hilft in Härtefällen soweit die Spendengelder dies ermöglichen und stärkt damit
die Akzeptanz und den Respekt für das Projekt und seine Ziele in der Region.
Seit der Gründung im Jahr 2000 wird kontinuierliche Arbeit
für Kinderschutz mit Aufklärungskampagnen in Dörfern und Institutionen
geleistet. CAFGEM hat Kindergärten und Schulen gebaut, in denen auch
Erwachsenenbildung durchgeführt wird. Die Einrichtungen in Taveta sind
inzwischen autark. Spenden aus Deutschland haben die Bauarbeiten ermöglicht.
Begleitende Gesundheitsprojekte und die Förderung des Jugendsports,
sowie Frauen-Selbsthilfeprojekte für Einkommen schaffende Maßnahmen und Aktionen
für den Umweltschutz ergänzen das
Programm.
In Mombasa, Taita und in der Lamu-Region
(nordöstliche Küste) wirkt die effektive Aufklärungsarbeit von CAFGEM in
verschiedenen Dorfgemeinschaften nach.
Viele junge
Männer sprechen neuerdings offen aus, dass sie nur unverstümmelte Mädchen heiraten
wollen, was einen gesellschaftlichen Wertewandel verspricht. Für
viele weibliche Kinder,
deren Zahl durch die kontinuierliche Aufklärung von CAFGEM hoffentlich weiter
zunehmen wird, bedeutet das Schutz vor Genitalverstümmelung. Andererseits nimmt
die Erstarkung der islamischen Fundamentalisten (Al-Shaabab) in der Küstenregion
zu, sodass für die Umsetzung von Frauenrechten und Kinderrechten weiterhin
gekämpft werden muss, was nicht überall ungefährlich ist und unseren Respekt für
die CAFGEM-Aktivistinnen verdient!
Wichtiges aktuelles Begleitprojekt bei CAFGEM
ist ein Beitrag zum lokalen Umweltschutz durch kooperative Bildungsmaßnahmen mit
der Gesundheitsbehörde und die Einleitung und Unterstützung
der lokalen Müllentsorgung als Hygieneprojekt. Zusätzlich testen die angeschlossenen
Frauengruppen alternative
Brennstoffe zum Schutz der Abholzung von Tropenbäumen für Holzkohle in
Zusammenarbeit mit der Organisation Wildlife Works. Insbesondere für die
Durchführung der lebensnotwendigen Wasserprojekte dankt CAFGEM der
Dortmunder Energie- & Wasserversorgung / DEW21!
Damit die Aufklärung gegen Genitalverstümmelung erst genommen wird, führt CAFGEM seit 2003 im Projektkindergarten und der
Projektschule eigenverantwortlich Kontrollmaßnahmen (Genital Health Check-ups) für die Mädchen durch und wurde für
sein Gesamtprogramm von der regionalen kenianischen Bildungsbehörde als Role Model (Vorbild)
mit einem Pokal ausgezeichnet. CAFGEM ist mit anderen Menschenrechtsorganisationen wie z. B. Meandeleo ya
Wanawake, World Vision und FHOK landesweit vernetzt. Zu Themen der Reproduktiven
Gesundheit werden am 25. November/Nein zu Gewalt an Frauen, 6. Februar/Null
Toleranz zu FGM-Day und 8. März/Internationaler Frauentag häufig gemeinsame
öffentliche Veranstaltungen durchgeführt.
An die Unterstützung für CAFGEM werden konkrete Bedingungen geknüpft, die durch jährliche Projektbesuche durch TABU e.V. evaluiert werden.
mehr: Kindergarten und Schule
Texte und Fotos © TABU e.V.
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