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Statement der Schirmherrin der Taskforce FGM, Marie Nareku, zur Terminologie "Genitalverstümmelung"
Afrika: CAFGEM Kenia
Warum engagieren wir uns in Kenia?
Kenia findet sich im Human Development Index von 2009 auf Rang 147 von insgesamt 182 Staaten und zählt damit zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Mehrheit der Bevölkerung hat kaum Zugang zu Bildung und einer flächendeckenden Gesundheits-versorgung. Die Lebenserwartung liegt bei 53 Jahren, die Wahrscheinlichkeit nicht älter als 40 Jahre zu werden bei 30 %, fast die Hälfte der Menschen hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, ein Viertel der Kinder ist unterernährt, mindestens 30 % der Frauen sind Analphabeten und auch heute noch lebt die Mehrzahl der Mädchen und Frauen mit den gravierenden gesundheitlichen Auswirkungen der ritualisierten Gewalt von Genitalverstümmelungen.
Ursachen der Armut erkennen
Dürren und Überschwemmungen sind nicht die einzigen Ursachen für das Elend der Bevölkerung. Die immerwährende Armut ist begründet in katastrophaler, Staatsführung, Korruption auf allen gesellschaftlichen Ebenen, Misswirtschaft, ein massiver Raubbau an der Natur (Vernichtung von Urwäldern, unkontrollierte Holzkohlegewinnung, Anbau von endlosen Blumen- und Sisalplantagen für den Export, Überweidung) und der systematischen Gewalt gegen die weibliche Bevölkerung durch archaische, streng patriarchale Strukturen, die verheerende, lähmende Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft hat. (www.transparency.org)
Selbsthilfe fördern – Frauen stärken
Angesichts dieser Fakten und aufgrund unserer langjährigen Verbindung und Zuneigung zu vielen Einheimischen fördern wir das Selbsthilfeprojekt CAFGEM (Community Against Female Genital Mutilation), das mit eigenen Strategien frauenfeindliche Strukturen in der Gesellschaft durchbricht. Inzwischen profitieren von den Starthilfen für Einkommen schaffende Maßnahmen viele regional ansässige Frauengruppen, die durch CAFGEM aufgeklärt wurden und sich vernetzt haben. Die regionale Bevölkerung, insbesondere die Frauengruppen, möchten die Teilnahme an Bildung im CAFGEM-Zentrum nicht mehr missen; rd. 300 Kinder besuchen den Projekt-Kindergarten und die Projektschule. Bei vielen Frauen, Männern und Jugendlichen hat hier ein Umdenken eingesetzt. Wir helfen dabei, die sozialen wie ökonomischen Lebensbedingungen der Menschen dieser Region zu verbessern.
Nur durch die kontinuierliche Kinder- und Erwachsenenbildung von CAFGEM wird der regionalen Bevölkerung mehr und mehr bewusst, dass eine gewohnheitsmäßige, systematische Gewalt gegen Frauen (wie die genitale Verstümmelung und Zwangsverheiratung von minderjährigen Mädchen) die gesamte Gesellschaft massiv in ihrer Entwicklung beeinträchtigt wird. Andererseits jedoch eine fortschrittliche Gesellschaft auf das Potential gesunder, nicht durch Gewalt geschädigter und möglichst auch gut ausgebildeter Frauen, nicht verzichten kann.
CAFGEM ist Role Model (Vorbild):
Auf den folgenden Seiten erfahren Sie alles über das Pilotprojekt von CAFGEM zum effektiven, messbaren Schutz der Mädchen vor Genitalverstümmelung: Kindergarten und Schule
