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No Mutilation But Education




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Conny Mwashuma, CAFGEM, zur Relevanz der Terminologie bei Aufklärungskampagnen
Aufklärungskampagnen
Die Gesundheit von Frauen hat einen zentralen Stellenwert bei den Bemühungen um eine nachhaltige und den spezifischen Länderbedingungen angepasste Entwicklung. So müssen die Verminderung von Armut (durch Einkommen schaffende Maßnahmen) und dadurch die Aussicht auf Chancengleichheit (Empowerment) das Ziel der gemeinsamen Bemühungen sein. In diesem Kontext spielt der Zugang zu Bildung eine grundlegende Rolle. Das gilt insbesondere für dezentrale Regionen, wo Kampagnen seitens der staatlichen Behörden kaum oder gar nicht durchgeführt werden und die Existenz von Bildungseinrichtungen trotz immenser Summen von "Entwicklungshilfegeldern" durch die Geberländer meist gänzlich fehlt. So versuchen die Community Based Organisations (CBO) - regionale und lokale Zusammenschlüsse von Interessengruppen - sich selber zu helfen, und dabei wollen wir sie unterstützen - insbesondere den stark benachteiligten Frauen, um so einen wirksamen Kinderschutz einzuleiten. "Our protected girls are promise in future!" sagt Maria Nareku, Leiterin CAFGEM/Mbuyuni Women Groups.
Arbeitsmethode von CAFGEM
Nach Ansicht der kenianischen Projekt-Mitarbeiterinnen muss Aufklärung und Bildung den Weg bereiten, die schädliche Gewohnheit von
Genitalverstümmelung (FGM) dauerhaft zu überwinden. Bei
Aufklärungskampagnen wird der Anspruch von
Menschenrechten (Unversehrtheit des Körpers) erklärt, um den Teufelskreis der Unwissenheit zu durchbrechen und
so das
Selbstbewusstsein der Frauen (Empowerment) zu stärken.
Das neue Wissen erleichtert Ihnen den Kampf gegen das selbst geschaffene
körperliche und seelische Leid, welches schädliche Gewohnheiten bewirken. Das
betrifft z. B. die extreme Gewalterfahrung von Genitalverstümmelung in der
Kindheit und die häufige Zwangsverheiratung als Minderjährige, wodurch Mädchen
automatisch von Bildungsprozessen abgekoppelt werden. Hinzu kommt der
schmerzliche Vertrauensverlust zu den Eltern und Erwachsenen, der zusätzlich
seelische Narben hinterlässt.
Parallel zu der dezentralen Bildung in Dörfern sollten die harten
Lebensbedingungen der Frauen erleichtert werden. Dies geschah bei CAFGEM
in den letzten Jahren z. B. mit der Vergabe von rd. 100 Eseln als Lasttiere. Da
die Frauen erklärten, dass sie durch ihre ökonomische Abhängigkeit bei
gesellschaftlichen Entscheidungen (Verweigerung von Genitalverstümmelung etc.)
kein Mitspracherecht hätten, half CAFGEM mit kleinen Starthilfen für
Einkommen schaffende Maßnahmen: Anschaffung von Hühnern, Ziegen, Saatgut,
Baumsetzlingen, Nähmaschinen.
CAFGEM vermittelt in Dörfern biologische und medizinische Grundkenntnisse mithilfe von Print- und Audiomedien und einem weiblichen anatomischen Beckenmodell aus Plastik, das vom Inter African Commité (IAC) für die Aufklärung in dezentralen Regionen entwickelt wurde. Aber auch in der Projektschule wird Erwachsenenbildung angeboten. Gerade Muslima sind oft überrascht, wenn sie erfahren, dass die Verstümmelung der weiblichen Genitalien kein Gebot ("Sunna") des Islam ist, denn Jahrhundertelang akzeptierten, ignorierten oder befürworteten die religiösen Führer (aller Glaubensrichtungen) dieses Verbrechen.
Vernetzung durch Dorfkommittés
Nach den Kampagnen sammeln sich kleine Gruppen, die eine soziale
Kontrollinstanz in ihren Dörfern bilden und mit CAFGEM vernetzt bleiben. Nach Aussage des CAFGEM-Teams
werden von den Menschen der aufgeklärten Gemeinschaften keine
Genitalverstümmelungen mehr durchgeführt, obwohl einige
Beschneiderinnen versuchten, die Kampagnen zu unterlaufen. Angesichts des
Zusammenhangs zwischen dem Bildungsgrad der Frauen und der Vermeidung von
Genitalverstümmelung bleibt es notwendig, die Seminare auf ihre Wirkung hin
zu überprüfen (follow up).
Da die CAFGEM-Aktivistinnen selber nicht über die
notwendigen Gelder für die Durchführung dieser Maßnahmen verfügen, die ihre
wiederholte Weiterbildung mit durchgängiger Vollzeittätigkeit voraussetzen, muss ihnen
mithilfe von Spenden ein angemessener Lohn gezahlt werden.
Die Unterhaltung
und Instandhaltung des Projektfahrzeugs auf Kenias Schlaglochpisten macht zusätzlich einen erheblichen
Kostenfaktor bei der ländlichen Aufklärungsarbeit aus. Schon aus
Sicherheitsgründen vor wilden Tieren und aufgrund kilometerweit zu bewältigender
Distanzen - bei meist großer Hitze und unbefestigten Sandwegen - ist es jedoch unverzichtbar.
Aufklärung ist Bildung! Ohne langjährige Bildungsmaßnahmen wäre es CAFGEM nicht gelungen, medizinische Kontrolluntersuchungen für die genitale Unversehrtheit der Mädchen in den Bildungseinrichtungen von CAFGEM am Tsavo und bei Taveta durchzusetzen. Die Projektleiterinnen setzen sich als Vertreterinnen des "CAFGEM Role Models" dafür ein, diese Genital Health Check-ups auf andere Schulen der Region auszuweiten.
Sie ahnen es: die Durchführung und Nachhaltigkeit dieser Bildungsarbeit zum Schutz von Mädchen und
Frauen ist erst durch Spenden möglich.
Auch mit
einer Fördermitgliedschaft - schon ab 36 Euro jährlich - leisten Sie Hilfe zur
Selbsthilfe bei CAFGEM in Kenia.
Selbstverständlich erhalten Sie eine Spendenquittung.

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