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Maria Nareku, CAFGEM Kenia, zu den Unversehrtheitskontrollen der Mädchen (Genital Health Check Ups)

 

Conny Mwashuma, CAFGEM,  Relevanz der Terminologie

Selbsthilfe in Kenia - CAFGEM

In der nördlichen Küstenregion Kenias, zwischen Mombasa und Lamu, entstand Ende der 1990er Jahre eine sog. Graswurzel-Organisation („grass-root organisation“):

Der  Tierarzt Florencio Adeodato Barreto, Sohn eines Migranten aus Goa (Indien) und einer somalischen Mutter, wollte das Leiden der Mädchen und Frauen nicht länger dulden.  Er begann mit einigen Frauen seines mütterlichen Klans (Adjuran)  Aufklärungsarbeit gegen die genitale Verstümmelung zu leisten, der sich daraufhin mehrere Frauengruppen und seine älteste Tochter Maria Nareku anschlossen. Maria prägte den Namen „Community Against Female Genital Mutilation“ (CAFGEM).

Im Jahr 2000 wurde CAFGEM als CBO (Community Based Organisation), d. h. als nichtstaatliche Organisation, zunächst in Kilifi, später in Kwale registriert und wird von Frauengruppen verschiedener Ethnien und Religionen getragen, die mithilfe von CAFGEM versuchen, bessere Bildungsmöglichkeiten und Lebensbedingungen für sich und ihre Familien zu schaffen. Nach der Aufklärungsarbeit in der nördlichen Küstenregion verlagerte das Projekt 2003 seinen Standort nach Samburu D.C. an der Grenze zu Kasigao. Hier gelang es, ein Frauen- und Bildungszentrum mit einem integrierten Kindergarten zu eröffnen, das schnell von sich reden machte. Zum ersten mal in dieser Region wurde Erwachsenenbildung zu Themen der Reproduktiven Gesundheit für alle gesellschaftlichen Zielgruppen angeboten. (Die Immobilie wurde im Herbst 2007 verkauft und CAFGEM zog um.)

Schon im Jahr zuvor hatten die Vorbereitungen für die Projekterweiterung einer achtklassigen Primary School in der Siedlung begonnen. Im gleichen Jahr bezog der CAFGEM-Kindergarten dort schon ein kleines, mit deutschen Spendenmitteln gebautes Kinderhaus. Zwei Drittel des geplanten Komplex', der als Bildungszentrum für Jung und Alt vorgesehen ist, sind inzwischen fertig gestellt.

Florencio A. Barreto leitete bis zu seinem Tod im Juni 2007 das CAFGEM-Projekt. Zu seinem Andenken verlieh die Gemeinde der neuen Schule seinen Namen: CAFGEM-Barreto-Primary-School und setzte auch das Projektmotto "Bildung statt Verstümmelung" in den Sprachen Kiswahili und Englisch auf die Außenwände der Gebäude:
"Elimu bila Ukeketaji"
"No Mutilation but Education".

Die Agrar-Ökonomin Maria Nareku leitet die Projektarbeit in der Region um Taveta und ist dort auch als Sozialarbeiterin tätig. Farhia Abdulkadir leitet das Projekt am Tsavo und ist dort zuständig für die Aufklärungskampagnen in Dörfern, die Durchführung eines Bildungsangebots für Erwachsene und die allgemeine Projektarbeit in Zusammenarbeit mit dem pädagogischen Team der CAFGEM-Schule.

Ulla Barreto (Gründungsmitglied TABU e.V.) erfuhr durch ihren ersten Ehemann, dass in Kenia alle Ethnien (außer Luo) die ritualisierte Gewalt der weiblichen Genitalverstümmelung an Mädchen praktizieren. Zusammen mit ihrem zweiten Ehemann fliegt sie ein- bis zweimal jährlich nach Kenia, informiert sich über die Fortschritte und Bedürfnisse des Projekts und kontrolliert die Verwendung der Spendengelder. CAFGEM genießt in der Region große Akzeptanz und Respekt und unterhält ein starkes Netzwerk zu Frauengruppen und regionalen Funktionsträgern.

Wir feiern Nachhaltigkeit:

10 Jahre CAFGEM

Inzwischen werden regelmäßig professionelle medizinische Unversehrtheitskontrollen der Mädchen in den CAFGEM-Bildungseinrichtungen durchgeführt. Durch ein sog. Community Desk (Gemeindeberatung) in der beteiligten staatlichen Gesundheitsstation wird diese Maßnahme einer breiten Öffentlichkeit erläutert und vorgestellt. Damit gelang ein bisher weltweit einmaliger Durchbruch im Kampf gegen FGM innerhalb einer Projektarbeit auf Graswurzelebene. CAFGEM erhielt den Status eines Role Models in Kenia. Ein schöner Erfolg zum 10jährigen Jubiläum im Jahre  2010!

Die Bundesregierung informiert in ihrem Magazin zur Entwicklungspolitik (Nr. 71 in 1/2009) über CAFGEM:
Bundesregierung zu CAFGEM