TABU e.V.             

Wir schützen kleine Wüstenblumen!  
 
Gegen Genitalverstümmelung 
Für Frauen- und Kinderrechte

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Afrika-Tag

Schülerhilfe über alle Grenzen
 

Schülerinnen und Schüler des Leibniz-Gymnasiums helfen ihrer Patenschule CAFGEM in Kenia mit überwältigendem Einsatz. In zwei Jahren kamen an den Aktionstagen fast zehntausend Euro zusammen. Wir gratulieren und danken im Namen aller Förderkinder aus Kenia und dem CAFGEM-Team für die tolle, vorbildliche Unterstützung!

 

Aufklärung und Bildung ist zwar eine Voraussetzung für ein Umdenken und einen Wertewandel in Gesellschaften. Zur Verhinderung von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) sind sie allein jedoch nicht effektiv genug, weil durch sie nicht alle Befürworter und alle Ausübenden dieser Praktik überzeugt werden können. Dies ist umso glaubhafter, wenn wir uns klar machen, dass Aufklärung und Bildung weder alle Betroffenen, noch Befürworter der schädlichen Praktik von FGM überhaupt erreichen. Ebenso wenig erreichen Aufklärungsmaßnahmen flächendeckend entsprechendes Personal in sozialen und pädagogischen Einrichtungen. Selbst wenn Aufklärungskampagnen gesetzlich verbindlich wären, könnten sie diese Folter an Kindern nicht grundsätzlich verhindern, denn die Schutzbefohlenen können die Tat aufgrund ihres versteckten Charakters illegal in Europa oder bei Heimreisen in die Herkunftsländer durchführen lassen. Wenn wir also möglichst alle weiblichen Kinder effektiv schützen wollen, müssen wir zugeben, dass Aufklärung und Bildung zwar wünschenswert und notwendig sind, aber als isolierte Mittel keinen wirksamen Kinderschutz darstellen. Um möglichst alle gefährdeten Kinder wirksam vor FGM schützen zu können, sind staatliche Maßnahmen erforderlich. Dies betrifft vor allem die Migrationsländer in Europa, in deren Grundgesetz der Schutz des Individuums als staatliche Pflicht verankert ist. Die öffentliche Debatte wird derzeit kontrovers geführt. Um deutlich zu machen, worum es uns geht, stellen wir hier das Pilot-Präventionsprogramm von Ayaan Hirsi Ali (Somalia, Holland, USA) vor. Es betrifft die Kernfrage zum Kinderschutz im Hinblick auf Genitalverstümmelung. Zur vertiefenden Erläuterung empfehlen wir ihr Sachbuch "ICH KLAGE AN". Daraus ein Auszug aus  folgendem Kapitel:

"Genitale Verstümmelungen dürfen nicht geduldet werden"

Zitat:

Vorschlag für ein Kontrollverfahren

Die VVD will ein Kontrollverfahren zur Verhütung der Mädchenbeschneidung in den Niederlanden einführen. Sie fordert die Regierung auf, die folgenden Schritte in die Wege zu leiten:
   In Zusammenarbeit mit Amnesty International und den Vereinten Nationen ist eine Liste der Risikoländer zu erstellen.
   Für Kinder, die aus diesen Risikoländern stammen, ist eine Reihenuntersuchung einzuführen.
   Es sind zwei Listen zu erstellen. In die eine (Liste A) werden die Namen der Mädchen eingetragen, die bereits verstümmelt sind, in die andere (Liste B) die Namen derjenigen, die noch nicht verstümmelt sind. Neugeborene Töchter werden automatisch in Liste B aufgenommen.
   Die Mädchen der Liste A werden im Bedarfsfall medizinisch und psychologisch betreut.
   Die Eltern der Mädchen der Liste B werden bis zum achtzehnten Geburtstag der Kinder alljährlich aufgefordert, ihre Töchter einer gesetzlich vorgeschriebenen Kontrolle unterziehen zu lassen.
   Neue Zuwanderer aus den Risikoländern erhalten automatisch eine Vorladung.
   Die Kontrolle ist dem Städtischen Gesundheitsdienst GGD zu übertragen. Sollte sich zeigen, dass ein Mädchen der Liste B verstümmelt ist, wird dies dem Jugendamt gemeldet. Das Jugendamt leitet gegebenenfalls ein Ermittlungsverfahren gegen die Eltern ein.
   Bis zum 1. April 2004 sollte die Regierung Balkenende ihren Standpunkt darlegen, wie sich die Beschneidung von Mädchen am besten verhüten lässt.

Das empfohlene Kontrollverfahren ist nicht perfekt, garantiert aber die bestmöglichen Ergebnisse, wenn es um die Anwendung und Durchsetzung des geltenden Rechts und um das Unterbinden dieser grausamen Praxis geht. Darüber hinaus ist es für Eltern und Vormünder transparent; sie wissen genau, woran sie damit sind. Es gibt zwei positive Nebeneffekte: Zum einen können Aufklärung und Bildung in effizienter und maßgeschneiderter Weise angeboten werden, und zum anderen können wir in den Niederlanden mit diesem Modell eine Vorbildfunktion für ganz Europa und den Rest der Welt übernehmen, um so die genitale Verstümmelung von allen Kontinenten zu verbannen."

Auszug aus:

Ayaan Hirsi Ali: ICH KLAGE AN - Für die Freiheit der muslimischen Frauen, Kapitel: Genitale Verstümmelungen dürfen nicht geduldet werden, S. 153 - 164

Mit freundlicher Genehmigung - © 2005 PIPER Verlag GmbH, München: www.piper.de