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gemeinnützig

No Mutilation But Education

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Die CAFGEM-Projektschule
Bildung und Mädchenschutz unter einem Dach
"Kulturen ändern sich, und sie ändern sich oft sehr schnell. Dies geschieht unter dem Einfluss des kritischen Denkens, und das kann man in der Schule lernen." (Zitat: Ayaan Hirsi Ali: Ich bin eine Nomadin - Mein Leben für die Freiheit der Frauen", Verlag Piper)
Am Rande der Savanne am Tsavo-Nationalpark hatten die Menschen keinen Zugang zur Bildung. Die Kinder mussten sehr lange Fußmärsche bewältigen, um zur nächsten Schule zu gelangen, was aufgrund hier frei lebender Wildtiere nicht ungefährlich ist. Die Mädchen der hier lebenden unterschiedlichen Ethnien wurden der genitalen Verstümmelung unterzogen. Aus diesen Gründen wählten die Mitglieder von CAFGEM für den Bau von Bildungseinrichtungen diese abgelegene Region. Ihr Ziel war es, den hier lebenden Menschen einen Zugang zur Bildung in ihrem dezentralen Lebensraum zu ermöglichen. Man sah darin die wichtigste Voraussetzung, den Kampf gegen weibliche Genitalverstümmlung aufzunehmen: "Jede Versammlung in einem entlegenen Dorf, bei der wir den Leuten die Körperfunktionen erklären, ist schon eine Bildungsmaßnahme. Durch schockierende Fotos kann man sie nicht immer überzeugen, denn sie sind ja selber ein sehr hartes Leben gewohnt. Aber wie genau ein Körper und die Geschlechtsorgane funktionieren, wissen sie eben nicht wirklich. Viele von ihnen gehen bei Beschwerden immer noch zu 'Zauberern' ", erklärte Florencio Barreto von CAFGEM.
Die neue CAFGEM-Schule erhielt die Aufschrift des Projektmottos:
"Elimu bila Ukeketaji" (Bildung statt
Verstümmelung) in der Landessprache Kiswahili. Der angeschlossene
Kindergarten trägt die gleiche Botschaft in Englisch: No Mutilation - But
Education. Dieses Projektmotto wurde auch in sämtlichen Klassenräumen auf die
Wände geschrieben.
Der Schulbau wurde mit Spenden aus Deutschland
geleistet. In zwei
Gebäudeflügeln werden seit 2010 alle acht Klassen unterrichtet. Die Ausstattung
der Klassenzimmer ist noch nicht ganz vollständig weil die Spendenmittel bisher
nicht ausreichten. Auch soll noch eine Mensa und und Versammlungshalle gebaut
werden. Obwohl noch einige Wünsche offen sind, befinden sich die Gebäude in
einem schlichten aber guten Zustand. Das gilt auch für die für kenianische
Verhältnisse sehr ordentliche Toilettenanlage. Da inzwischen für eine
ausreichende Wasserzufuhr gesorgt werden konnte, ist im Schulgarten die Zucht
von Papaya-Bäumen zur Vitaminversorgung der Kinder gewährleistet. Auf dem Areal
werden tropentaugliche Bäume angepflanzt, für die Kinder Patenschaften
übernehmen.
CAFGEM hat für seine Unterstützung den Dorfautoritäten und der
Elternversammlung die Bedingung gestellt, dass an dieser Schule Themen zu Menschenrechten, speziell Frauen- und Kinderrechten, in den Unterricht
aufgenommen werden, was in Kenia sonst nicht üblich ist. Auch stimmen die Eltern
bei der Aufnahme den Unversehrtheits-Check-ups der Mädchen zu. Im Unterricht wird erklärt, dass Ukeketaji, also die Genitalverstümmelung
der Mädchen, eine sehr schädliche, brutale Sitte ist, die geächtet werden muss
und nicht mehr durchgeführt werden darf.
Damit nicht genug, wird bei CAFGEM die Unversehrtheit der Mädchen durch einen
unspektakulären Check-up medizinisch kontrolliert. Voraussetzung für diese Kontroll-
und Schutzmaßnahmen war eine Enttabuisierung des Themas Genitalverstümmelung
durch eine intensive Aufklärung/Bildung der Zivilbevölkerung über einen
geraumen Zeitraum. Durch diese Maßnahmen unterscheidet sich die CAFGEM-Schule von allen
anderen Schulen in Kenia.
Die Genital Health Checks werden meist kombiniert mit allgemeiner
Gesundheitsvorsorge (Impfungen etc.) in einer staatlichen Praxis. CAFGEM
organisiert an diesen Tagen ein sog. community desk für alle PatientInnen,
die dort auf ihre Behandlung warten und nutzt auf diese Weise die Möglichkeit,
weitere Teile der Bevölkerung aufzuklären.
Mehr Informationen
dazu in unserem Video-Clip, links...
Schulalltag in Kenia
Das pädagogische Personal wird nicht ausreichend und manchmal gar nicht bezahlt. Nach
Aufhebung der Schulgebühren i. J. 2003 für die achtklassigen Primary Schools verschlechterten sich noch die Bedingungen: Klassenstärken von über 100 Kindern sind häufig. Uns wurde berichtet, dass nach langen Fußmärschen und mit leeren Mägen viele der
jüngeren Kinder
im Unterricht erschöpft einschlafen... In vielen staatlichen Schulen mangelt es nicht nur an den einfachsten Lehr- und Lernmitteln, sondern auch an
der Einrichtung. Auch zu Hause gibt es meist keinen Tisch, um die Schulaufgaben zu
machen, die auf dem Boden erledigt werden. Hinzu kommt, dass es in den Tropen spätestens um
19:00 Uhr vollständig dunkel ist und
das Innere der Hütten nur unzureichend beleuchtet wird oder dunkel bleibt. In der CAFGEM-Schule
nehmen viele SchülerInnen auch am Förderunterricht (Tution) teil. In Zusammenarbeit mit dem pädagogischen Team
bemühen wir uns, die
CAFGEM-Schule vernünftig einzurichten und gute Lernbedingungen zu schaffen.
Ziel ist eine Schule ohne Gewalt. Dieser ungewöhnliche Anspruch für eine
kenianische Schule wurde ebenfalls für alle sichtbar auf die Außenwände der
Gebäude aufgebracht.
Für sein Gesamtprogramm als Schule ohne Gewalt, also auch als Schule ohne weibliche Genitalverstümmelung, in der regelmäßig auch Erwachsenenbildung und die Gesundheitskontrollen der Kinder durchgeführt werden, erhielt die CAFGEM-Projektschule von der Bildungsbehörde den Titel Role Model mit einem Pokal verliehen. Gemeinsam sind wir auf dem richtigen Weg!
Helfen Sie benachteiligten Kindern, denn alle
Kinder haben ein Recht auf Bildung. Spenden Sie für die CAFGEM-Schule oder werden Sie Fördermitglied! Bei
uns ist das schon ab 36 Euro jährlich möglich. Ihre Zuwendung kommt dem CAFGEM-Projekt in Kenia direkt zugute.
Texte und Fotos © TABU e.V.


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