TABU e.V.             

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Gegen Genitalverstümmelung  
Für Frauen- und Kinderrechte

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No Mutilation But Education

 

VIDEOs


Maria Nareku, CAFGEM,  Unversehrtheitskontrollen (Genital Health Check Ups) der Mädchen
 

Conny Mwashuma, CAFGEM,  Relevanz der Terminologie bei Graswurzelkampagnen.

CAFGEM Schule
Bildung und Mädchenschutz unter einem Dach

"Kulturen ändern sich, und sie ändern sich oft sehr schnell. Dies geschieht unter dem Einfluss des kritischen Denkens, und das kann man in der Schule lernen." (Ayaan Hirsi Ali: Ich bin eine Nomadin - Mein Leben für die Freiheit der Frauen", Verlag Piper)

Am Rande der Savanne am Tsavo-Nationalpark hatten hier lebende Menschen mit ihren Kindern keine Chancen auf Bildung. Die Kinder mussten sehr lange Fußmärsche bewältigen, um zur nächsten Schule zu gelangen. Aus diesem Grund wählten die Gründungsmitglieder von CAFGEM - insb. Florencio A. Barreto - für ihr Engagement gegen Genitalverstümmelung (FGM) diese abgelegene Region. Den hier lebenden Menschen sollte ein Zugang zur Bildung in ihrem Lebensraum ermöglicht werden. CAFGEM sah darin die wichtigste Voraussetzung, den Kampf gegen weibliche Genitalverstümmlung aufzunehmen: "Jede Versammlung in einem entlegenen Dorf, bei der wir den Leuten die Körperfunktionen erklären, ist schon eine Bildungsmaßnahme. Durch schockierende Fotos kann man sie nicht immer überzeugen, denn sie sind ja selber ein sehr hartes Leben gewohnt. Aber wie genau ein Körper und die Geschlechtsorgane funktionieren, wissen sie eben nicht wirklich. Viele von ihnen gehen bei Beschwerden immer noch zu 'Zauberern'."
Im neuen CAFGEM-Frauenzentrum mit Kindergarten (damals hier noch eine völlig ungewohnte Einrichtung) war die Beteiligung am Erwachsenenbildungsprogramm (insb. Alphabetisierungskursen für Frauen) gleich sehr hoch. Die lokalen Autoritäten und die Siedler baten CAFGEM kurz darauf, hier auch eine achtklassige Schule zu bauen. Die Verwaltung stellte ein Grundstück zur Verfügung. Ein Schulkomitee wurde gewählt, um mit CAFGEM die Registrierung bei der zuständigen staatlichen Behörde vorzunehmen.

Unterricht  anders
Die Schule erhielt die Aufschrift des Projektmottos: "Elimu bila Ukeketaji" (Bildung statt Verstümmelung). Alleinig durch die finanzielle Förderung aus Deutschland wurden bisher rd. zwei Drittel des Bauvolumens realisiert.  In zwei Gebäudeflügeln werden seit 2010 alle acht Klassen unterrichtet, obwohl die Ausstattung noch nicht vollständig ist.

CAFGEM hat für seine Unterstützung den Dorfautoritäten und der Elternversammlung die Bedingung gestellt, dass an dieser Schule Themen zu Menschenrechten, speziell Frauen- und Kinderrechten, in den Unterricht aufgenommen werden, was in Kenia sonst nicht üblich ist. Im Unterricht wird erklärt, dass Ukeketaji, also die Genitalverstümmelung der Mädchen, eine sehr schädliche, brutale Sitte ist, die geächtet werden muss und nicht mehr durchgeführt werden darf.
Damit nicht genug, wird bei CAFGEM die Unversehrtheit der Mädchen durch einen unspektakulären Check Up medizinisch kontrolliert. Voraussetzung für diese Kontroll- und Schutzmaßnahmen war eine Enttabuisierung des Themas Genitalverstümmelung durch eine informative Aufklärung/Bildung der Zivilbevölkerung über einen geraumen Zeitraum. Durch diese Maßnahmen unterscheidet sich die CAFGEM-Schule von allen anderen Schulen in Kenia.
Die Genital Health Checks werden meist kombiniert mit allgemeiner Gesundheitsvorsorge (Impfungen etc.) in einer staatlichen Praxis. CAFGEM organisiert an diesen Tagen ein sog. community desk für alle PatientInnen, die dort auf ihre Behandlung warten und nutzt auf diese Weise die Möglichkeit, weitere Teile der Bevölkerung aufzuklären.
Mehr Informationen in unserem Video-Clip, rechts...

Hintergrund zum Schulalltag in Kenia
Das pädagogische Personal wird nicht ausreichend und manchmal gar nicht bezahlt. Nach Aufhebung der Schulgebühren i. J. 2003 für die achtklassigen Primary Schools verschlechterten sich noch die Bedingungen: Klassenstärken von über 100 Kindern sind häufig. Auch für die SchülerInnen sind überfüllte, schlecht ausgestattete Schulen mit überfordertem Personal kein Gewinn. Der Unterricht hat einen sehr autoritären Charakter. Uns wurde berichtet, dass nach langen Fußmärschen und mit leeren Mägen viele der jüngeren Kinder im Unterricht erschöpft einschlafen...
In vielen staatlichen Schulen mangelt es nicht nur an den einfachsten Lehr- und Lernmitteln, sondern auch an der Einrichtung. Auch zu Hause gibt es meist keinen Tisch, um die Schulaufgaben zu machen.
Alles wird auf dem Boden erledigt. Hinzu kommt, dass es in den Tropen spätestens um 19:00 Uhr vollständig dunkel ist und das Innere der Hütten nur unzureichend beleuchtet wird oder dunkel bleibt. Alle afrikanischen Eltern fordern die Mitarbeit ihrer Kinder bei der Haus- und Feldarbeit ein, insbesondere die der Mädchen. Die Lernbedingungen sind also schlecht. In der CAFGEM-Schule nehmen deshalb viele SchülerInnen auch am Förderunterricht (Tution) teil. In Zusammenarbeit mit dem pädagogischen Team bemühen wir uns, die CAFGEM-Schule vernünftig einzurichten und gute Lernbedingungen ohne Gewalt zu schaffen.

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