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Maria Nareku, CAFGEM Kenia, zur Terminologie

 


Conny Mwashuma, CAFGEM,  Relevanz der Terminologie

Macht der Sprache

Der Begriff „Female Genital Mutilation“ (FGM) wurde durch das Inter-African Committée on harmful traditional practices (IAC) geprägt. Eine ehrliche Sprache ist bei den öffentlichen Bemühungen um die Überwindung dieser Gewaltpraktik unerlässlich. Begriffe wie „Beschneidung“ hingegen bagatellisieren den extremen Gewalteingriff mit lebenslangen negativen Folgen für die Betroffenen.

Anatomisch ist nur der Begriff der Verstümmelung korrekt, weil gesunde Körperteile und ihre Funktion unwiederbringlich abgetrennt werden. Die genitale Verstümmelung von Mädchen bietet keinen anatomischen Vergleich zur Vorhautbeschneidung (Zirkumzision) bei Jungen.

Aus Respekt gegenüber den Millionen Opfern müssen wir Abstand nehmen von verharmlosenden Begriffen, die der Tat nicht angemessen sind. Wir dürfen nicht hinnehmen, dass die Bemühungen der afrikanischen VorkämpferInnen torpediert werden durch einzelne westliche Akteurinnen und die Uhren um 20 Jahre zurückgedreht werden – diese Zeit haben die gefährdeten Kinder nicht!

Im Inter-African Committée (IAC) sind alle afrikanischen Länder vertreten, in denen FGM verbreitet ist. Im Jahr 2005 hat das IAC die Weltöffentlichkeit noch einmal eindringlich aufgefordert, nicht an der Sprachregelung zu rütteln. Lesen Sie hier Auszüge der BAMAKO-Deklaration:

„We recognize that while it may be less threatening for non-Africans to adopt other less confrontational terminology in order to enter into dialogue with communities, it is imperative that the term FGM is retained.”

„Wir erkennen, dass, obwohl es für Nicht-AfrikanerInnen weniger bedrohlich sein mag, andere, weniger konfrontative Begriffe zu verwenden, um mit den Communities in Dialog zu treten, es imperativ ist, den Begriff Genitalverstümmelung beizubehalten.“

“The term FGM is not judgmental. It is instead a medical term that reflects what is done to the genitalia of girls and women. It is a cultural reality. Mutilation is the removal of healthy tissue. The fact that the term makes some people uneasy is no justification for its abandonment.

„Der Begriff FGM (=Female Genital Mutilation, =Weibliche Genitalverstümmelung) ist nicht wertend. Es ist stattdessen ein medizinischer Begriff, der das widerspiegelt, was den Genitalien von Mädchen und Frauen angetan wird. Es ist eine kulturelle Realität: Verstümmelung bedeutet die Entfernung gesunder Körperteile. Die Tatsache, dass sich manche Leute mit diesem Begriff unwohl fühlen, ist keine Rechtfertigung für seine Nicht-Verwendung”

“Indeed what gives anyone but Africans the right to change a term agreed upon by the largest group of African activists on this issue in the world?

This is at best paternalism and is a sad reflection of how after many years of African women working against FGM, at the time when FGM was a taboo, the campaign has been high-jacked by others who were not involved at the beginning and do not appreciate the nature of the struggle.”

„Was gibt anderen als AfrikanerInnen das Recht, eine Terminologie zu verändern, die von der weltweit größten Vereinigung afrikanischer AktivistInnen auf diesem Gebiet vereinbart wurde? Das ist bestenfalls Paternalismus und ein trauriges Abbild davon, wie jetzt, nachdem afrikanische Frauen seit Jahren gegen FGM arbeiten, die Kampagne von anderen übernommen wurde, die nicht von Anfang an dabei waren und denen die Art des Kampfes nicht passt.

...es ist für afrikanische Frauen und Mädchen bevormundend und herabsetzend, dass Außenstehende ihre Unterdrückung festlegen.“

Lesen Sie hier den vollständigen Text der BAMAKO-Deklaration:

PDF BAMAKO-Deklaration

Lesen Sie hier mehr zur sprachlichen Bagatellisierung der Genitalverstümmelung:

www.lobby-fuer-menschenrechte.de