Was wir machen
Wir brechen ein Tabu, um Mädchen vor ritualisierter Gewalt zu schützen.
Seit 1997 engagieren wir uns als Arbeitskreis "Wir brechen ein Tabu" gegen die ritualisierte Gewalt der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) und gründeten 2001 den gemeinnützigen Verein TABU e.V. mit Sitz in Dortmund. Neben unserem Engagement in Deutschland liegt unser Arbeitsschwerpunkt in der Unterstützung des Selbsthilfe-Projekts CAFGEM in Kenia (Ost-Afrika).
Projektgebiet von CAFGEM in Kenia
CAFGEM (Community Against Female Genital Mutilation) ist ein Zusammenschluss mehrerer Frauengruppen (Muugango Women Groups), die sich seit 1997 aktiv gegen das schädliche Ritual der Genitalverstümmelung an Mädchen wehren. Ihr Aktionsgebiet zieht sich vom Nord-Osten der Küstenlinie Kenias, entlang der Haupttransitroute Mombasa-Nairobi bis hinauf nach Taveta am Kilimanjaro. Die Graswurzel-Initiative ist seit dem Jahre 2000 eine registrierte Nichtregierungsorganisation, die den Weg zu einer dezentralen Institutionalisierung beschritten hat. Das Projekt baut Bildungseinrichtungen für Kinder und Erwachsene in einer abgelegenen Region, in der sich kaum Vertreter von Regierungsparteien oder finanzstarker Organisationen blicken lassen. Deshalb will CAFGEM hier etwas für die Menschen, insbesondere benachteiligte Frauen (Empowerment) und Kinder, erreichen.
Genitalverstümmelungen als Beeinträchtigung der körperlichen und seelischen Gesundheit weiblicher Generationen, verhindert die Entwicklung in den betroffenen Ländern bzw. Regionen. Damit nicht genug, erhält die ritualisierte Gewalt durch Migration globale Ausmaße. Das darf nicht geduldet werden, denn Menschenrechte sind nicht verhandelbar! Wir fordern deshalb für Deutschland eine regelmäßige, verbindliche Untersuchungspflicht für alle minderjährigen hier lebenden Kinder, einschließlich der durch Genitalverstümmelung gefährdeten Zielgruppe, die durch AmtsärztInnen geleistet werden müsste, gekoppelt an eine Meldepflicht. Wenn bei den bisher noch unverbindlich durchgeführten Vorsorgeuntersuchungen alle Kinder an regelmäßig durchgeführten medizinischen Kontrolluntersuchungen teilnehmen müssten, wäre der Vorwurf einer Stigmatisierung der Zielgruppe unhaltbar. Darüber hinaus sind auch deutsche Kinder häufig Opfer von innerfamiliärer Gewalt und schon deshalb wären professionelle verbindliche Kontrolluntersuchungen sinnvoll für einen effektiveren Kinderschutz.
Die hohe Akzeptanz des von uns geförderten Projekts in Kenia, die starke Beteiligung am Bildungsprogramm von CAFGEM in Kindergärten, Schulen und Erwachsenenbildung und letztlich die Erlaubnis, medizinische Unversehrtheitskontrollen (Genital Health Check- ups) der Mädchen bei CAFGEM durchführen zu lassen, zeigt messbare Erfolge, wovon wir unseren SpenderInnen und bei öffentlichen Veranstaltungen immer wieder gerne berichten. Wenn Sie unser Engagement interessiert und Sie uns unterstützen möchten, können Sie uns für Vorträge, Fotoausstellung, Film-Dokumentation und Benefiz-Veranstaltungen gerne buchen. Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine e-mail.
Mehr über unseren Ansatz in der Entwicklungszusammenarbeit erfahren Sie unter "Afrika: CAFGEM Kenia".
Fotos © Ulla Barreto, TABU e.V.