Wir schützen kleine Wüstenblumen!

Gegen Genitalverstümmelung
Für Frauen- und Kinderrechte

 

Wir brechen ein Tabu, um Kinder vor ritueller Gewalt zu schützen!

Herzlichen Dank an alle Spender und Fördermitglieder, die uns auch 2015 geholfen haben, unsere Arbeit zum Kinderschutz in Deutschland und Afrika voranzutreiben! Die Projekterweiterung in Kenya war dank Ihrer Spenden erfolgreich. Der neue Kindergarten der Maasai-Kinder boomt und wartet auf seine Erweiterung, die wir mit dem Bau eines größeren Steinhauses incl. Wasserzufuhr realisieren wollen. Desweiteren wird die Projektschule am Kilimanjaro kontinuierlich erweitert. Damit konnten auch dieses Jahr vielen Kindern und ihren Eltern ein konkreter Zugang zur Aufklärung gegen schädliche Rituale wie Genitalverstümmelung und mehr Bildung ermöglicht werden. Unterstützung erhalten die Projektaktivistinnen zusätzlich durch unsere Netzwerkpartner des Ärzteverbandes "Aktion Regen", wo neue Tools für die Arbeit an der Graswurzel (grassroot) von Dr. med. gyn. Maria Hengstberger entwickelt wurden.

Mit Spenden oder einer kontinuierlichen Fördermitgliedschaft können Sie uns weiterhin sinnvoll unterstützen, um die Expansion unseres Förderprojekts in Kenya voranzutreiben. Gemeinsam können wir den Menschen in ihrer Heimat eine verbesserte Lebensperspektive gegeben und Fluchtursachen entgegenwirken.

Wir wünschen Ihnen allen einen guten Start ins Neue Jahr!

 

Ziel von Verein TABU ist die totale Abschaffung der genitalen Verstümmelung als schädliche Tradition und Form massiver Gewaltanwendung gegen Kinder durch Aufklärung und den Bau fehlender Bildungseinrichtungen!

TABU e.V. in der Entwicklungszusammenarbeit

Die Arbeit gegen traditionelle schädliche Praktiken wie FGM ist Voraussetzung für einen gesellschaftlichen Wertewandel zugunsten von Frauen- und Kinderrechten = Menschenrechten.

TABU geht es um Kooperation auf Augenhöhe mit den Partnerinnen und Partnern in Afrika. Aufgrund dieser Strategie haben sich uns Frauenselbsthilfe-Projekte verschiedener Ethnien in Kenya/Ost-Afrika angeschlossen. An den Standorten Kinango, Bora und Taveta wurden aus reinen Aufklärungsprojekten institutionalisierte Bildungsprojekte mit Anlaufstellen für Frauenbelange, Kindergärten und Volksschulen. Der Mädchenschutz wird durch medizinische Unversehrtheitskontrollen von ausgebildetem staatlichen Personal durchgeführt.

Auch die neue Aufklärungsarbeit in West-Afrika gestaltet sich vielversprechend durch unsere Vernetzung mit einheimischen Organisationen, staatlichen und religiösen Autoritäten sowie Teilen der Zivilbevölkerung.

"Die Fluchtursachen bekämpfen!" ist ein häufig geäußerter Appell angesichts der Flüchtlingsströme nach Europa. Nichts anderes praktizieren wir seit vielen Jahren in Kenia, Ost-Afrika. Getreu dem Motto "auch ein Tropfen ist Bestandteil einer Welle" helfen wir dabei, benachteiligten Menschen durch Aufklärung und mit dem Bau von Kindergärten und Schulen mehr Zugang zur Bildung zu verschaffen. Frauengruppen erhalten Starthilfen, um Ideen für ökonomische Projekte (Landwirtschaft und Nutztierzucht) zu realisieren. Nach dem Bau von 2 Kindergärten mit Vorschulen, einer achtklassigen Schule und dem Baubeginn einer weiteren Schule haben wir einen provisorischen Kindergarten für Maasai-Kinder in der Kasigao-Region gestartet. Hier sollen wie bei unseren vorhergehenden Bildungseinrichtungen vor allem die Mädchen vor Genitalverstümmelung geschützt werden. Weil die Vorschulkinder aus umliegenden Manyattas zu lange gefährliche Schulwege nicht bewältigen können, ist unsere Hilfe dort sehr willkommen. Wir möchten den Maasai dabei helfen, ein richtiges Kindergartenhaus mit einer Wasserzufuhr zu bauen, um auch die hygienischen Bedingungen zu verbessern. Aus langjähriger Erfahrung hat sich ergeben, dass sich mit dem Betrieb von Kindergärten und Schulen, sowie dort regelmäßig durchgeführter Aufklärung auch für Erwachsene gegen schädliche traditionelle Praktiken wie Genitalverstümmelungen, ein Umdenken der Zivilbevölkerung erreichen läßt.

Hintergrund: Genitalverstümmelungen sind Ausdruck archaischer, gewalttätiger Kulturen. Die Ursprünge liegen mindestens 4000 Jahre zurück. Sind auch die meisten Quellen spekulativ, so gilt als sicher, dass im alten Ägypten solche Prozeduren an Kindern beiderlei Geschlechts vorgenommen wurden. Die sog. Pharaonische Beschneidung ist die radikalste Form, die an Mädchen durchgeführt wird. Obschon in Ägypten seit 2008 ein gesetzliches Verbot existiert, dauert die illegale Ausübung an und wird in Städten häufiger als zuvor von med. Personal ausgeübt. Bei der weiblichen Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation: FGM) werden Mädchen im vorpubertären Alter die äußeren Genitalien in unterschiedlicher Weise verstümmelt. Bei manchen Völkern (z. B. Ägypten, Äthiopien, Sudan, Saudi Arabien) wird diese Gewalt teilweise schon an Babys ausgeübt. Die Durchführung auf dem Land oder in privaten Wohnungen der Städte geschieht unter unhygienischen Bedingungen und ohne Narkose, mit Messern jeglicher Größe, Muschelrändern, Glasscherben, Konservendeckeln, Scheren oder Rasierklingen. Mehrere Personen halten das Kind gewaltsam fest. Die Tortur kann bis zu einer Stunde dauern. Etwa 8 - 10 % der Opfer stirbt direkt infolge Verblutung mit einhergehendem Schock und/oder Infektionen. Insgesamt ein Drittel der Opfer sterben an Direkt- oder Spätfolgen. Anstatt diese Unsitte durch neues Wissen aufzugeben, nimmt der Trend bei städtischen Familien zu, ihre Töchter in Kliniken verstümmeln zu lassen. Medizinisch ausgebildetes Personal handelt dort gegen den geleisteten Eid und - je nach Land - gegen geltendes Gesetz. mehr...

Wo und wie auch immer die Prozedur durchgeführt wird: es handelt sich dabei um eine schwere Menschenrechtsverletzung, die nicht mehr geduldet werden darf! Weltweit wird die Zahl der weiblichen Betroffenen inzwischen bis zu rd. 300 Millionen geschätzt. Die Praktik wird auch in einigen Regionen des nahen Ostens, sowie im islamisch-ost-asiatischen Raum durchgeführt. Migrationsbewegungen haben sie über den gesamten Erdball verbreitet. Deshalb gibt es auch in Deutschland bis zu 50.000 betroffene oder gefährdete Mädchen. Eindeutige Statistiken können nicht erstellt werden, da aufgrund lückenhafter medizinischer (Vorsorge)untersuchungen dokumentierte Daten fehlen. Aufgrund der widersprüchlichen Gesetzeslagen sehen die Regierungen europäischer Länder (noch) ein Problem darin, Mädchen in betreffenden Einwandererfamilien effektiv vor FGM zu schützen.

 

TABU e.V. ist Mitinitiatorin des Runden Tisch-FGM-Dortmund.

Der Runde Tisch FGM Dortmund hat sich dort, wo es um die Verstümmelung der weiblichen Genitalien sowie die damit einhergehenden gravierenden Spätfolgen geht, der Aufklärungsarbeit und Prävention verschrieben. Darüber hinaus wird an der Entwicklung von Hilfe- und Beratungsangeboten für die betroffenen Mädchen und Frauen gearbeitet, die aus unterschiedlichen Kulturkreisen stammen. - In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf das Präventionsprogramm von Ayaan Hirsi Ali: ICH KLAGE AN, Kapitel: "Genitale Verstümmelungen dürfen nicht geduldet werden", Verlag Piper, ISBN 3-492-04793-9, Als Abgeordnete im holländischen Parlament stellte sie 2004 den ersten Entwurf eines Präventionsprogramms für die Niederlande vor, gedacht als zielführend für die EU. mehr...

 

Internationaler jährlicher Aktionstag: 6. Februar

"Null Toleranz zu weiblicher Genitalverstümmelung!"

"Zero Tolerance to FGM - Day!"

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Das Inter African Committé rief bei einer internationalen Konferenz in Addis Abeba im Jahre 2002 den 6. Februar als Kampftag gegen die weibliche Genitalverstümmelung aus. Seither wird dieser Tag jedes Jahr weltweit von vielen Organisationen und Frauengruppen mit unterschiedlichen Aktionen begangen, um immer wieder gegen die Unmenschlichkeit dieser frauenverachtenden Praktik zu informieren und ihre Abschaffung zu fordern. Die Förderprojekte von TABU in Kenya gehören seit Anbeginn dazu. Hier schließen sich Frauengruppen verschiedener Ethnien und Religionen zusammen und mobilisieren mit einem Aktionsprogramm die Öffentlichkeit.

 

Wir solidarisieren uns: Vorhautamputationen an Jungen... die Debatte geht weiter!

Auch dieses Jahr: Demonstration 7. Mai vor dem Kölner Landgericht!

Der Anlass: Am 7. Mai 2012 bewertete das Kölner Landgericht eine medizinisch nicht indizierte "Beschneidung" an einem nicht einwilligungsfähigen Jugen als rechtswidrig. Dies war nur folgerichtig, denn auch Kindern standen in Deutschland die Rechte auf körperliche Unversehrtheit und gewaltfreie Erziehung zu. Warum hätten diese Rechte gerade vor dem Intimbereich haltmachen sollen, und dann auch noch exklusiv nur dem von Jungen? Kinderrechte sind geschlechtsneutral, leider noch nicht in Deutschland, denn hier wurde eine Menschenrechtsverletzung quasi per Gesetz Teil der Erziehung: Der Deutsche Bundestag entschied am 12. 12. 2012 als Reaktion auf das Kölner Urteil in einem Hauruckverfahren: "Beschneidungen" an Jungen aus jeglichem Grunde sind - legal. Dies wurde im Recht der sog. elterlichen Personensorge festgelegt. Ein völliger Widerspruch zu sämtlichem übrigen gesetzlichen Schutz von Kindern und gleich mehrfacher Verstoß gegen die UN-Kinderrechtskonvention.

Vertiefende Infos, Literatur, Filme:

http://beschneidung.die-betroffenen.de/
http://genitale-autonomie.de/

s. auch Link "MGM" auf dieser Website.

 

 

 

 

 

TABU e.V. arbeitet unter der Schirmherrschaft von Stadträtin Birgit Zoerner

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TABU e.V. ist im Besitz des Agenda21-Siegels der Stadt Dortmund und gewann 2011 den jährlichen Wettbewerb. (Oberbürgermeister Ulrich Sierau bei der Übergabe an die Vereinsvorsitzende Ulla Barreto.)

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Aktuelles:

Bintou Bojang aus Gambia ist unsere Koordinatorin für West-Afrika.

 

Kinderrechte sind geschlechtsneutral! Wir solidarisieren uns mit Betroffenen und mehr als 30 internationalen Organisationen auch gegen die Beschneidung (MGM = Male Genital Mutilation) an Jungen und demonstrierten am 7. Mai 2015 vor dem Landgericht in Köln. Auch in diesem Jahr 2016 sind wir wieder dabei! mehr:

http://beschneidung.die-betroffenen.de/
http://genitale-autonomie.de/

Afrika-Tag 2016 Schülerinnen & Schüler im "Pott" von NRW zeigen soziales Engagement für afrikanische Kinder

Lisa (re.) und Franziska (li.) sammelten Spenden beim Klavierspielen in der Dortmunder City. Eine grandiose Idee, die sehr erfolgreich war. Besten Dank an Euch!

 

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Spendenlauf an der GS Willi Brandt in Bochum. Auch an Euch alle sehr herzlichen Dank für den tollen Einsatz!

Die SchülerInnen des Dortmunder Leibniz-Gymnasium und der Willi Brandt-Gesamtschule Bochum helfen jährlich mit vorbildlichem Engagement. Wir danken den engagierten SV-Leuten und allen Beteiligten sehr herzlich im Namen unser Förderkinder in Kenya!

Die Kinderbücher sind angekommen!

"The Rhinoceros & The Housefly"

Die Künstlerin Bruni Braun ließ ihr wunderschönes Kinderbuch "Das Nashorn und die Stubenfliege" ins Englische übersetzen. Wir konnten im April die ersten Bücher übergeben. Herzlichen Dank an alle Spender und die engagierte Künstlerin!

Spenden Sie afrikanischen Kindern dieses tolle Lesebuch: ISBN 978-3-7375-1324-1 Erhältlich beim epubli Verlag Berlin, Amazon, Kindle, Weltbild, Hugendubel, Google Play.

 

Bildung für benachteiligte Kinder: Der Schulbau geht weiter mit der zweiten Schule am Kilimanjaro

 

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(Fotos und Texte unterliegen dem Urheberrecht von TABU e.V.)